An der Wilhelm-Busch-Schule achten  wir die Persönlichkeit des Einzelnen und verwirklichen in unserem Schulalltag ein respektvolles Miteinander, das geprägt ist von Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Toleranz. Unsere Schule ächtet Gewalt. Teamarbeit und Kooperation sollen ein hohes Maß an Verantwortlichkeit und Leistungsbereitschaft hervorrufen. So soll unsere Schule ein Ort sein, wo jeder den anderen als Persönlichkeit akzeptiert und achtet und bestrebt ist, ihn zu verstehen.

1. Leitziel

Wir achten an der Wilhelm – Busch – Schule auf ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander.

2. Schulsituation

  • An der WBS unterrichten derzeit 16 Lehrerinnen, 3 Lehrer und eine Lehramtsanwärterin ca.  300 Schülerinnen und Schüler.
  • Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten. Ungefähr 25 % der Schüler/innen sind Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache und kommen aus verschiedenen Kulturkreisen. 
  • Seit dem Schuljahr 2003/2004 besteht bei uns die Betreuungseinrichtung "Arche".
  • Sie wird von der evangelischen Kirche geführt. Dort sind Kinder von 8.30 – 14.30 Uhr untergebracht. Zusätzlich besuchen viele Schülerinnen und Schüler die zwei städtischen Horte in unmittelbarer Umgebung zur Schule. 
  • Gemeinsamer Unterricht findet seit 1992 statt.  
  • Das Raumangebot der Schule ist gut: Es gibt 16 Klassenräume, 1 Aula, 1 Elternsprechzimmer, 1 Computerraum, 1 Sporthalle, 1 Musikraum, 1 Englisch-/ Religionsraum, 1 Förderraum und ein Außensportgelände mit einem Angebot von bewegungsfreundlichen Spielgeräten. Hinzu kommt noch eine Ruhezone mit einem grünen Klassenzimmer. 
  • Unser Unterricht beginnt um 7.45 Uhr zur 1. Stunde oder um 8.35 Uhr zur 2. Stunde. Jeweils 2 Stundeneinheiten werden ohne Unterbrechung durch ein Klingelzeichen als Lerneinheiten angeboten. Nach der 2. Und 4. Unterrichtsstunde gibt es zwanzigminütige Hofpausen.
  • In der Jahrgangsstufe 3 und 4 findet klassen- und jahrgangsübergreifender zweistündiger Wahlpflichtunterricht statt.  
  • Unser Schulprofil ergibt sich durch das Verfolgen uns wichtiger Ziele.

Wir möchten

  • dem Bewegungsbedürfnis der Kinder in besonderer Weise Rechnung tragen, o den Kindern mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorerfahrungen, ihrer Individualität und ihren Ansprüchen gerecht werden, ihnen die Möglichkeit zu selbständigem Entdecken, Handeln und Erproben im schulischen Umfeld bieten,
  • dass sich alle Kinder an gemeinsam erarbeitete Regeln gewöhnen und sie  einhalten, dass sie lernen, Konflikte zu ertragen und zu lösen und die Bedürfnisse der anderen wahrzunehmen und damit angemessen umzugehen.
  • dass Außenstehende unsere Schule kennen lernen, einen Einblick in unsere Arbeit erhalten, o dass die Schülerinnen und Schüler und alle am  Schulleben Beteiligten sich mit unserer Schule identifizieren und  sie verantwortlich mitgestalten.

3. Darstellung /Erläuterung des Schulprofils

• Deutsch als Zweitsprache

Die Förderung ausländischer Kinder findet klassenübergreifend und zum Teil auch jahrgangsübergreifend mit bis zu 9 Wochenstunden in speziellen Fördergruppen statt. Hier werden diese Kinder gezielt gefördert, um sprachlich bedingte Lernschwierigkeiten abzubauen. 

Der Spracherwerb und die Erweiterung des schon vorhandenen Wortschatzes durch Sprachspiele, Singen und gemeinsames Erzählen stehen dabei im Vordergrund. 

Insbesondere in den ersten beiden Schuljahren werden auch viele Übungen und Spiele durchgeführt, die den Kindern die Einsicht in die Lautstruktur der Sprache erleichtern.

Darüber hinaus werden je nach Lernstand das sinnerfassende Lesen, die Rechtschreibung und die Anwendung grammatischer Regeln geübt.

•   Förderverein

Der Förderverein unterstützt seit Jahren aktiv die Arbeit der Schule. Dies geschieht einerseits durch tätige Mithilfe bei den verschiedenen Veranstaltungen der Grundschule, andererseits ermöglicht er mit seinen Finanzmitteln die Anschaffung von zusätzlichen Lernhilfen (Computer, Lernspiele, etc.) und Ausstattungserweiterungen (CD-Player, Bühnenelemente, Mikrofon- und Lautsprecheranlage, Pausenspielgeräte, Kücheneinrichtung, etc.).

•   Fortbildungskonzept

Individuelle Fortbildung

In den Jahresgesprächen des 1. Schulhalbjahres werden mit der/dem Kollegin/en die Fortbildungsschwerpunkte festgelegt. Neben dem ermittelten Bedarf orientieren sich diese ebenfalls an der persönlichen Schwerpunktsetzung und an sich  im Zusammenhang mit den Zielen des Schulprogramms ergebenden Erfordernissen. Individuelle Fortbildungen sollten sich nach Möglichkeit auf Themenfelder konzentrieren, die auch im Interesse der Lehrkraft liegen. Die zentralen Ergebnisse von individuellen Fortbildungen werden dem gesamten Kollegium in Lehrerkonferenzen oder in Fachkonferenzen durch Kurzreferate dargestellt, um möglichst einen Multiplikatoreneffekt zu erzielen.

Kollegiumsinterne Fortbildung

Zum Ende des Schuljahres ermittelt die Gesamtkonferenz im Zusammenhang mit der Arbeit am Schulprogramm die inhaltliche Weiterentwicklung der Schule den aktuellen Fortbildungsbedarf. Aus diesem Ansatz ergeben sich die Themen, in denen sich das gesamte Kollegium fortbildet. 

  • Förderkonzept

  • Fünf - Minuten Pausenspaß

Bewegungsprogramm, das ohne große Vorbereitungszeit in kurzen Phasen des Unterrichts eingesetzt werden kann. Es beinhaltet ausgewählte Übungen für eine tägliche Gymnastik im Klassenzimmer.   Mit dem 5 Minuten - Pausenspaß soll die tägliche Bewegungszeit selbstverständlich werden. 

  • Gemeinsamer Unterricht

Seit 1992 gibt es an unserer Schule einen "Gemeinsamen Unterricht", als sogenannte Integrationsmaßnahme. Es werden in einer Klasse Grundschüler und Kinder mit einem  Förderbedarf in den Bereichen Erziehungs- oder Lernhilfe zusammen unterrichtet.

Den Lerngruppen bzw. Klassen stehen je ein Klassenraum und ein Förderraum für Kleingruppen zur Verfügung. Die Lehrerbedarfsplanung sieht für eine solche Klasse einen Grundschullehrer und stundenweise eine Sonderpädagogin vor.

  • Lesewettbewerb

 Im 3. und 4. Schuljahr findet jährlich ein klassenübergreifender Lesewettbewerb statt. Zunächst werden in den einzelnen Klassen die „Leseköniginnen / Lesekönige ermittelt. Diese lesen unbekannte Texte vor. Die Jury, der jeweils zwei LehrerInnen angehören, ermittelt die jeweils jahrgangsbesten LeserInnen.

  • Patenschaften

Intention ist es den Schulanfängern die Eingewöhnung in das Schulleben zu erleichtern, bei der Orientierung im Schulalltag zu helfen und durch persönliche Zuwendung die Integration zu fördern. Es gibt an der WBS Patenschaften zwischen unterschiedlichen Klassenstufen auf freiwilliger Basis. Die Schulanfänger werden zu Beginn ihrer Schulzeit von den Paten mit dem schulischen Leben vertraut gemacht. Im Schulalltag werden gemeinsame Aktivitäten geplant und durchgeführt (Ausflüge, gemeinsamer Unterricht usw.).

  • Rhythmisierung 

Die Unterrichtseinteilung in immer gleich lange Zeittakte entspringt schulorganisatorischer Zweckmäßigkeit. 45-Minuten-Stunden werden aber den individuell unterschiedlichen Lernrhythmen der Kinder und den wechselnden Lernsituationen kaum gerecht. Daher ist es eine zentrale Voraussetzung für eine kindgerechte Gestaltung der Schule, dass Lehrerinnen und Lehrer die Stundentafel flexibel handhaben und den Schulvormittag altersgemäß rhythmisieren. (HKM, Rahmenplan). Was die Kinder an Erfahrungen und Wissen mitbringen, wird in allen Unterrichtsfächern aufgenommen, geordnet und systematisiert. Sprache, Mathematik und Sachunterricht unterrichten wir nach Möglichkeit nicht isoliert voneinander (Fächerübergreifendes  Lernen). Das Stundenraster von 45 Minuten hat hier keine Bedeutung - die Kinder benötigen Phasen der Entspannung und Anspannung, auch der „Bewegungsdrang" der Kinder fordert sein Recht. An die Arbeit im Tagesplan/Wochenplan werden die Kinder seit der ersten Klasse herangeführt, denn es gilt, mit zunehmender Erfahrung immer größere Zeiträume (eine Stunde/ einige Stunden eines Schultages/mehrere Stunden der Woche auf Tage verteilt) überblicken und einteilen zu lernen. Die Inhalte des Arbeitsplanes (Tagesplan/Wochenplan) ergeben sich aus den gerade aktuellen Themen aller Lerninhalte. Hier werden Aufgaben zur Verfügung gestellt, deren Reihenfolge von jedem Kind nach Vorliebe oder Dringlichkeit ausgewählt und in der festgelegten Zeit erarbeitet werden. In der Freiarbeit können die Kinder aus einem reichhaltigen Angebot an Unterrichtsmaterialien entsprechend ihrem Interesse und ihren Fähigkeiten auswählen. Jedes Kind arbeitet gemäß seinem individuellen Lerntempo allein oder mit anderen zusammen. 

  • Sportwoche

Eine Woche lang haben die Schüler und Schülerinnen aller Klassen täglich Gelegenheit sich in der Sporthalle 20 min sportlich zu betätigen. Gemeinsam planen die Mitglieder der Sportfachkonferenz wechselnde Arrangements. Diese nutzen alle Klassen täglich. Ziel ist es, eine tägliche Bewegungszeit mit einem vielfältigen Angebot zum selbsttätigen Üben und Probieren zur Verfügung zu stellen.

  • Streitschlichtung

Unter Mediation wird eine Konfliktlösung verstanden, bei der durch Vermittlung neutraler Personen eine Lösung angestrebt wird, die von allen Konfliktbeteiligten angenommen wird. Dabei führt der Mediator ein strukturiertes Gespräch, in dem die Konfliktparteien die bei ihnen und den Widersachern ausgelösten Gedanken und Gefühle wahrnehmen und auf diesem Wege Ursachen und Hintergründe des Konflikts erkennen. Gemeinsam mit beiden Parteien wird nach Konfliktlösungsmöglichkeiten gesucht und es werden konkrete tragfähige Vereinbarungen getroffen.  Bei der Schülermediation an der Wilhelm-Busch-Schule wird die Mediation von zwei  Schülern durchgeführt, die bei einem Konflikt vermitteln. Dabei gestalten die Mediatoren eine Atmosphäre des Vertrauens, machen beide Konfliktparteien mit Ziel, Ablauf und den Gesprächsregeln bekannt. Sie achten im Verlauf der Schlichtung darauf, dass beide ihre Sicht auf den Konflikt darstellen und die gemeinsam erarbeitete Lösung akzeptieren können. Die Mediatoren müssen also neutral sein und dürfen ihren eventuellen Sympathien für den einen oder anderen Beteiligten nicht nachgeben. Die gemeinsam erarbeitete Lösung beinhaltet konkrete Verhaltensweisen beider „Streithähne“, die ein erneutes Eskalieren des Konfliktes verhindern soll und einen eventuell entstandenen Schaden regulieren hilft. Diese Vereinbarung ist Kernstück des Schlichtungsprotokolls, das genauso wie das gesamte Gespräch vertraulich behandelt wird. Beim eigentlichen Schlichtungsgespräch sind also keine Lehrer anwesend, die Schüler brauchen auch keine Ermahnungen oder Sanktionen zu befürchten, die Konfliktmoderation verläuft unter diesen Bedingungen in einer angstfreien Atmosphäre. Gelegentlich übernimmt auch die Schulleitung die Rollen des Mediators.

  • Wahlpflichtkurse

Wahlpflichtkurse (WPK`s) sind Kurse, an denen alle Schüler und Schülerinnen des 3. und 4. Schuljahres teilnehmen. Von den Fächern im Pflichtbereich unterscheiden sie sich zunächst dadurch, dass sie den Schülerinnen und Schülern nicht einfach vorgegeben sind. Vielmehr haben diese die Möglichkeit, aus einem Angebot an verschiedenen Kursen einen Kurs auszuwählen. Die Wahl je nach Neigung und Interesse erlaubt ihnen ganz unterschiedliche Schwerpunkte des Lernens zu bilden. In den WPK´s lassen sich die Aufgaben und Inhalte mehrerer Einzelfächer miteinander verbinden. Viele verschiedene Fächer bzw. Fachaspekte können so einbezogen und vernetzt werden: Musik, Kunst, Werken, textiles Gestalten, Sachunterricht, Deutsch, Bewegung usw. Als jahrgangsübergreifende Unterrichtsorganisation ermöglichen sie außerdem neue Begegnungen und Freundschaften über die eigene Klassengemeinschaft hinaus.

4. Evaluation 

Zu Schuljahresbeginn findet eine interne Evaluationskonferenz statt. Aufgabe ist es:

  • die im abgelaufenen Schuljahr geplanten Ziele auf ihre Erreichung hin zu überprüfen
  • neue Ziele für das nächste Schuljahr festzulegen.

Die über das Schuljahr verteilten schulischen Veranstaltungen werden im Anschluss in Gesamtkonferenzen evaluiert. Die Überprüfung der Qualität der Arbeit der Vertretungskräfte erfolgt durch die stellvertretende Schulleiterin mittels persönlicher Befragung, Lehrberichtskontrolle und die Rückmeldung der Klassen-, Fachlehrer/-innen. Eine externe Evaluation erfolgt mit gleicher inhaltlicher Aufgabenstellung im Schulelternbeirat und Schülerrat. Eine Rückmeldung zu der vergangenen Grundschulzeit geben Eltern und Schülerinnen der jeweiligen auf die weiterführenden Schulen gewechselten Schüler /-innen. Auch erhalten wir Rückmeldungen zu den Leistungen der auf diese Schulen gewechselten Kinder von den jeweiligen Schulen in den regelmäßig stattfindenden Schulleitertreffen.

5. Schlussbetrachtung

Das vorliegende Schulprogramm ist einerseits eine Bestandsaufnahme der Unterrichts- und Erziehungsarbeit an der Wilhelm-Busch-Schule. Andererseits enthält es Zielvorgaben für eine weitere Entwicklung und Verbesserung der Bedingungen zum Wohle der uns anvertrauten Kinder.

 

 

   
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